Startseite Leistungen Restaurierungen – 'Eine etruskische Amphora der Antikensammlung Berlin'
  Restaurierungsdokumentation
     
 
 

Eine etruskische Amphora der Antikensammlung Berlin

„Am 22. Oktober (1849) wurde in der Gemeinde Schwarzenbach, Fürstenthum Birkenfeld, ein höchst interessanter Fund gemacht. Der Ackerer Adam Conrad pflügte dicht hinter seinem auf dem höchsten Punkt des Berges gelegenen Haus den oberen Theil eines Bronzekruges heraus, dadurch aufmerksam gemacht, grub er nach und fand unter der Oberfläche einen 15 Zoll hohen Krug von Bronce mit 2 Henkeln, reich verziert, unten spitz und ohne Fuß. Derselbe war mit einem Deckel verschlossen und enthielt Asche und zum Theil noch gut erhaltene Bruchstücke von Knochen, welche die Kinder nach Geld suchend alle zerstreuten“: so berichtet G.A. Böcking, Besitzer einer damaligen Eisenhütte. Darüber hinaus informiert er uns über den Fund einer Schnabelkanne aus Bronze sowie verschiedener Zierbleche aus Gold.1858 erwarben die Berliner Museen die Beigaben des in die Zeit um 400 v.Chr. datierten Fürstengrabs 1 von Schwarzenbach (Kreis St. Wendel im heutigen Saarland). Die erwähnte Schnabelkanne ging bei Transporten im Zusammenhang mit dem zweiten Weltkrieg verloren. Die anderen Grabbeigaben werden in der Ausstellung der Antikensammlung im Alten Museum gezeigt.

Der Zustand der von Böcking als „Krug“ bezeichneten Spitzamphora war seit Jahren bedenklich, so dass im Jahre 2000 die Restaurierung erfolgte. Die eingehende Bearbeitung der Amphora ergab, dass das vergleichbare Exemplar des Museo Gregoriano Etrusco (Vatikan) in derselben Werkstatt hergestellt wurde.

Darüber hinaus geben die Untersuchungsergebnisse zum Herstellungs-prozess einen detaillierten Einblick in die Arbeitsweisen etruskischer Toreuten.

Die Beschreibung der restauratorischen Maßnahmen sowie die Doku-mentation der Altrestaurierungen und der technologischen Hinweise erfolgten bei der Amphora in kurzer Form.

Die umfangreiche Bearbeitung wurde unter anderem im Organ des kulturhistorischen Verein des Saarlandes publiziert.