Der sitzende Hermes von Herculaneum
- eine Kopie von Giorgio Sommer
Das Original des „sitzenden Hermes“ stammt
aus Herculaneum und steht
heute im Nationalmuseum von Neapel. Herculaneum wurde wie Pompeji
79 nach Christus beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet. Gleichfalls
begrub der Vulkanausbruch eines der größten Landsitze
römischer Zeit - die Villa dei Papiri - unter sich, in dessen
Garten der Hermes stand. Mit der Entdeckung von Herculaneum im
18. Jahrhundert begann der Handel mit antiken Originalen. Später
setzte die Reproduktion der gefundenen Antiken ein.
Der bearbeitete „sitzende
Hermes“ wurde im ausgehenden
19. Jahrhundert in einem der größten Kunstgießereien
Neapels, der Fonderia Giorgio Sommer gefertigt und befindet
sich als Dauerleihgabe der Burg
Giebichenstein Halle im Ehrenhof des Berliner
Pergamonmuseums.
Die Beliebtheit von Antikenkopien für das Klein- und
Großbürgerliche
Heim führte dazu, dass - wie am Beispiel des Hermes -
der Jüngling in 78 verschiedenen Varianten per Katalog
bei Sommer bestellt werden konnte. Die handwerkliche Perfektion
der Sommerschen
Kunstgießer wird am bearbeiteten Objekt deutlich. Darüber
hinaus veranschaulichen die gewonnenen Untersuchungsergebnisse
technologische Prozesse beim Kunstguss des 19. Jahrhunderts
in Italien, die gleichsam in der Tradition antiker Gießer
stehen wie auch neue Technologien qualitätvoll beinhalten.
Foto: Johannes Laurentius
nachzulesen in:
Zeitschrift für Kunsttechnologie und Konservierung, Jg. 19, 2005, Heft 1
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