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Der makedonische Schild vor der Restaurierung.

 
Der Schild aus Pergamon nach der Restaurierung.

Der makedonische Schild aus Pergamon
der Antikensammlung Berlin

Bei der Grabung in Pergamon von 1927 konnte das bronzene Blech eines runden Schildes frei gelegt werden, welches unmittelbar danach nach Berlin gelangte und hier sicher bald restauriert wurde. Der schlichte Schild mit einem Durchmesser von doch immerhin 67 cm fand trotz seiner Größe in den folgenden Jahrzehnten wenig Beachtung. Er teilte nach dem zweiten Weltkrieg das Schicksal vieler Berliner Antiken: die Verlagerung in die ehemalige Sowjetunion. Erst annähernd 40 Jahre nach seiner Rückkehr nach Berlin wurde der Schild mit einer Inventarnummer bedacht. Ein Schicksal, welches auch andere – allerdings weniger auffällige – Objekte in Museen auf ähnliche Art teilen.

Erst die Restaurierung begleitende Beobachtungen zeigten, dass unser „hässliches Entlein“ eigentlich ein „schöner Schwan“ ist. Vor allem die technologischen Hinweise der Befestigungsart des Schildblechs am Holzträger zeigen, dass es sich um einen makedonischen Schild handelt. In unserem Falle sind es diese Beobachtungen und nicht der charakteristische Dekor aus Kreissegmenten und/oder Stern, die die Zuweisung gestatten. „Der Makedonenschild ist der einzige Schild und wohl die einzige Waffe, die sich als kosmopolitisches Symbol in allen hellenistischen Staaten findet“, fasst Ernst Künzl die herausragende Bedeutung der Schutzwaffe zusammen, von der lediglich einige wenige vollständig erhalten sind.

Die Technik zur Herstellung eines makedonischen Schildes blieb bisher unberücksichtigt, wohl weil nur wenige originale Schilde erhalten sind. Anhand von Werkspuren am Berliner Schild kann der Herstellungsprozess von den Ausgangsmaterialien bis zum Endprodukt nachvollzogen werden.
siehe auch Experimentelle Archäologie

Die Restaurierung umfasste die Abnahme der Altrestaurierung, die Freilegung der antiken Oberfläche und die Montage des fragilen Schildes auf eine reversible und dennoch dauerhaft verwendbare Hinterlegung, die Fehlstellen im Schild ergänzt.

nachzulesen in:
Jahrbuch der Berliner Museen, 2001, S. 331-344