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Die Hydria gelangte Anfang des 20. Jahrhunderts in restauriertem Zustand an die Berliner Antikensammlung.

 
Die Antiken Fragmente waren mit Nieten auf ein neuzeitlich getriebenes Messinggefäß aufgenietet worden.

Oberflächenvielfalt - Standards früherer Restaurierungen antiker Bronzen der Berliner Antikensammlung

Antike Kunstwerke aus Bronze waren bereits unmittelbar nach der Fertigung Pflegefälle. Gegen fortschreitende Korrosion wurden Konservierungsmittel empfohlen wie auch die Reparatur von beschädigten Bildnissen aus dem wertvollen Material zum Standard zählte.

Seit der Renaissance wurden Antiken in den einst römisch besiedelten Gebieten gezielt gesucht und gefunden. Die Ästhetik der jeweiligen Zeit prägte die Bearbeitung archäologischer Bronzen in den frühen Jahrhunderten. Die Leistung früherer Bearbeiter wurde von den Anforderungen des Auftraggebers oder des Kunstmarktes diktiert. Zumeist bevorzugte man intakt wirkende Antiken. Bald waren Bronzen beliebt, die den Eindruck vermitteln, gerade dem Erdboden entrissen worden zu sein. Indikator hierfür war die mehr oder weniger krustige Patina. Die Schichten wurden auch künstlich als so genannten „Insitupatina“ hergestellt, die zudem oft massive Überarbeitungen der antiken Bronze verdeckte.

Erste Bestrebungen zur Vereinheitlichung des Umgangs mit archäologischen Bronzen versuchte Friedrich Rathgens seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zu etablieren. Bewährten Maßnahmen aus dem früheren chemischen Laboratorium werden in guter Tradition an den Staatlichen Museen zu Berlin weitergeführt. Zum Standard zählt heute die Weiterentwicklung gängiger Methoden bei der Bearbeitung von archäologischen Schätzen.

 

Nachzulesen in:
Uwe Peltz und Olivia Zorn (Hrsg.), kulturGUTerhalten – Standards in der Restaurierungswissenschaft und Denkmalpflege, 2009, S. 71–81.

Fotos:
Johannes Laurentius